Schottland 2014

Wir beschreiben unsere Schottlandtour  wie einen kleinen chronologischen Bericht, beziehen uns aber immer auf die Eindrücke der gesamten Tour. In einem Blog kann das natürlich kein ausführlicher Reisebericht mit allen Details sein. Wir wollen vor allem auch durch die Bilder einen Gesamteindruck unserer Reise vermitteln und vielleicht die eine oder andere Anregung für Reisende mit dem Auto oder Campmobil nach Schottland geben. Sicher ist Vieles auch Geschmackssache, hängt durchaus auch vom Wetter und der Tagesform ab. Unsere Meinung ist dadurch natürlich keine Wertung.

Die nächtliche Fährüberfahrt von Amsterdam nach Newcastle ist alles in allem sehr angenehm. Anders als bei der 2-tätigen Überfahrt nach Island kann man auf der Fähre noch bequem aus dem Auto ein- und aussteigen, so dass auch die Beifahrer noch im Auto mit aufs Schiff dürfen. Schade, das Annett so nicht in den Genuss kommt wie ich, auf einer Fähre ins Auto durch die Seitenscheibe kriechen zu müssen.

20.07.

Ankunft in Newcastle—Weiterfahrt und kurze Besichtigung von Jedburgh, Kelso, und Melrose. Das sind nette kleine Orte mit teilweise beeindruckenden Abteien (Abbeys) oder deren Ruinen. Als Einstimmung auf unsere Rundfahrt, auf der wir immer wieder mit den zum großen Teil gut erhaltenen Zeugnissen der äußerst interessanten schottischen Geschichte konfrontiert werden, eignen sie sich gut. Den Vorgängerbau von Melrose Abbey errichtete König David l. im Jahr 1136.

 

An den Linksverkehr mit den nicht enden wollenden nervenden Kreisverkehren – von den Ansagen im Navi träume ich schon nach dem 2. Tag – gewöhnen wir uns diesmal schnell. Das geht vom Gefühl her im eigenen Auto mit Linkslenker besser als mit einem gemieteten Rechtslenker (wie auf unseren Afrikatouren). Die Schotten fahren meist zügig, aber im Durchschnitt relativ rücksichtsvoll und wenig aggressiv. Bisher.

21.-22.07.

Edinburgh Wir campen in der Nähe von Musselburgh östlich der Hauptstadt für 3 Nächte, da wir den Urlaub diesmal gemächlich angehen wollen. Alles, nur keinen Zeitdruck. Wie auf  den meisten anderen Plätzen begegnen uns neben Deutschen vor allem Niederländer und Schweizer (wie fast überall auf der Welt gut vertreten), meist mit Wohnmobilen. Zwei Tage lassen wir uns für die Stadt Zeit und fahren jeweils frühmorgens mit dem Bus ungefähr eine Stunde in das Stadtzentrum. In der Stadt und in der sehr schönen Umgebung („Stadt der sieben Hügel“) gibt es so viel zu sehen, dass man seitenlang darüber schreiben könnte. Wir wollen ja hier nur einen kurzen Reisebericht schreiben und daher zeigen wir nur ein paar Impressionen per Bild:  

 23.07.

Weiter geht’s an der Ostküste entlang. Auf der Fahrt Richtung  Dundee schauen wir uns die kleinen, aber noch ursprünglich erscheinenden Fischerhäfen von Pittenweem und Crail an.

Bei der herrlichen Anfahrt auf der Autobahnbrücke über die Meeresenge nach Dundee fühlt man sich fast wie auf der Golden Gate Bridge – Annett hat ihre Fischhäfen vorhin gesehen und schläft. Unser Ziel ist aber nicht Dundee (obwohl die Stadt von der Ansicht her auch zur Besichtigung einlädt),  sondern Glamis mit seinem beeindruckenden Castle. Die Anfahrt zum Castle verläuft durch einen weitläufigen Park. Fast jedes Vorzeigecastle in Schottland hat einen mehr oder weniger großen Garten, für den sich Annett stets erneut interessiert und der entsprechend abgelaufen werden muss. Für mich ist das nicht so sehr interessant, daher ist dann immer relaxen vor der Fahrt zum nächsten Schloß angesagt. Jedes Castle für sich ist aber schon reizvoll, vor allem, wenn man sich ein wenig mit der alten und auch neueren schottischen Geschichte beschäftigt. In Glamis wuchs z.B. die verstorbene Queen Mum auf. Außerdem sind die Castle häufig in ausgesprochen reizvollen Landschaften eingebettet und liegen strategisch natürlich alle gut.

Gegen Abend erreichen wir die Ruine von Dunnotar Castle auf einer Felsnase am Meer, welches  man nach eine kurzem Spaziergang erreicht. Eine würdige Kulisse für den Film „Hamlet“ mit Mel Gibson und Glenn Close.

In Stonehaven finden wir keinen freien Campingplatz zum Übernachten. Mit freien Stellplätzen (wir sind von Island verwöhnt) sieht es leider auf der gesamten Schottlandreise ebenso mau aus. Insbesondere dann, wenn man nach einem sucht. Überall finden wir den Hinweis „No overnight parking“ oder die Höhe der Fahrzeuge ist auf Parkplätzen durch Stahlbalken auf 2m begrenzt, was Wohnmobilen und auch uns die Einfahrt unmöglich macht. Die anderen  geeigneten Stellen sind (meist auch mit Toren verschlossenes) Privatland. Wir fahren weiter und finden einen Campingplatz in der Nähe von Aberdeen.

24.07.

Bisher waren wir von sonnigen Wetter verwöhnt, die Klippen und Vogelfelsen von Cruden Bay sehen wir nach einem kurzem Spaziergang heute aber in Wolken und Nebel – die unzähligen  Möwen,  die hier brüten, hört und riecht man mehr, als man sie sieht.

Das Wichtigste in Fraserburgh ist -natürlich- der Hafen und für uns, dort einen Parkplatz zu finden, bei dem man nicht fünf Möwenschisse pro Minute auf das Autodach bekommt. Es ist Europas größter Hafen für Schalentiere und bei den Möwen sind die abfallenden Reste natürlich begehrt. Letztlich finden wir eine Stelle und erhalten in der Parkzeit auch  nur zwei Treffer, allerdings genau auf die Solarzellen. Ansonsten lohnt sich die Besichtigung des Kinneard Head Lighthouse mit  Leuchtturm für Annetts Sammlung.

Die kleinen Küstenorte Pennan und Crovie sind eigentlich nur Zeilen kleiner Häuser direkt am Meer. Nach Crovie kommen wir mit dem Auto gar nicht hinein. Trotzdem oder gerade deshalb  finden wir es hier sehr romantisch. Einige der kleinen Häuser sind für Feriengäste hergerichtet. Nach einem kleinen Strandspaziergang von Crovie aus, allerdings bei brütender Hitze, erreichen wir Gardenstown und genießen die Atmosphäre am kleinen Hafen.

Dann geht es tiefer in die Highlands entlang des Whisky-Trails nach Aviemore. Im Tal des Spey gibt es etwa 50 Destillerien. Der Campingplatz in Grantown-on-Spey, nahe Aviemore, auf dem wir 2 Nächte bleiben, ist unsere Endstation für heute.

25.07.

Heute ist einer von Annetts „Wandertagen“ – eine Wanderung im Glenmore Forest Park in der Nähe des Loch Morlich. Am Anfang steht ein steiler Anstieg auf den 800 m hohen Gipfel des Meall a‘ Bhuachaille bei starker Sonne an. Annett hat zu kämpfen, hatte wohl wegen der sonnigen Strandwanderung gestern einen leichten Sonnenstich – trotz meiner gestrigen Warnungen. Der Rückweg geht dann querfeldein nur bergab, allerdings steil und durch dichtes Heide- und Farnkraut. Wer gerne wandert und nicht nur fahren möchte, findet hier mehrere reizvolle Routen zur Auswahl.

26.07.

Zur Besichtigung der Glenlivet-Whiskydestillerie müssen wir wieder etwas in den Nordosten zurückfahren. Belohnt werden wir mit einer sehr schönen modernisierten Destillerie mit trotzdem interessanter Geschichte (die auch erzählt wird) und prima Führung (kostenlos) – nur für uns Zwei. Man erfährt alles über Whiskyherstellung, Lagerung und Vertrieb. Der Whisky, den man hier probieren und natürlich auch kaufen kann, ist 12 bis 18 Jahre alt. Natürlich gibt es auch noch Älteren, der ist aber kaum erschwinglich. Ich kann ohnehin nicht probieren, da ich fahren muß. Annett schmeckt der 12-jährige am Besten….

 Auf dem Weg nach Inverness finden wir in Carrbridge eine alte Steinbrücke, die sich im Bogen über den Dulnain spannt.

 Wir machen einen kurzen Bummel durch Inverness am River Ness. Die Stadt liegt in reizvoller Umgebung, ist selber aber für uns nicht unbedingt ein Highlight, das man gesehen haben muss. Jedenfalls war es sehr schwierig, ein vernünftiges Restaurant zum Lunch zu finden. Nach dem Mittag fängt es dann auch noch an zu regnen. Also weiter geht’s zum Loch Ness. Bei Dauerregen finden wir einen Campingplatz auf einen Bauernhof in der Nähe von Drumnadrochil, direkt am Loch Ness. Das Urquhart Castle am Ufer ist trotz des Wetters ein Foto wert. Von hier aus soll das Monster am häufigsten gesichtet worden sein…. Wir können es nicht entdecken.

Durch den Regen ist heute abend Kochen im Auto angesagt – ist etwas unkomfortabel, geht aber dank unseres Spirituskochers unerwartet gut.

27.07.

Das  Wetter bleibt durchwachsen, immer wieder kräftige Regenschauer, aber auch manchmal sonnige Abschnitte. Wir fahren zunächst nach Westen durch den Ort Cannich. Von hier startet die zweite Wanderung über vier Stunden im Glen Affric um den Loch Affric  in den zentralen Highlands. Heute früh ist es das erste Mal, dass die Midges in richtigen Schwärmen auftreten. Gott sei dank begleiten sie uns nur am Anfang des Weges. Wir laufen durch ein sehr schönes Naturschutzgebiet und es ist eine Erholung, wenn es denn nicht regnet. Das tut es bei uns nur am Beginn und am Ende der Wanderung.

Wir fahren über kleine  Nebenstrassen an die Westküste und übernachten auf dem Campingplatz in Dornoch. Dort spazieren wir am Abend bei Ebbe und Sonnenschein noch am schönen breiten, dünengesäumten  Sandstrand.

 28.07.

Der Morgen startet mit einem Spaziergang durch Dornoch, ein hübsches kleines Städtchen. In der gotischen Kreuzkathedrale wurde Madonnas Sohn getauft.

Die Besichtigung von Dunrobin Castle ist wohl Pflicht bei den meisten Touris, die in dieser Gegend unterwegs sind. Im Schloß kann man sich über die Geschichte der Herzöge von Sutherland ausgiebig informieren. Das Schloß selber ist schon toll anzusehen.  Annett guckt sich auch den Schloßgarten eine gute Stunde an – für Gartenfreunde sicher eine Freude. Ich spanne inzwischen auf dem überfüllten Parkplatz vor dem Schloß die Keilriemen nach, da ich seit Tagen zunehmende Schleifgeräusche beim Anfahren frühmorgens bemerke. Die  ganze Zeit spielt ein Dudelsackmusiker vor dem Schloß und kassiert einige Pence. Hört sich sehr schottisch an, nervt aber bei Dauerbeschallung etwas.

Wir fahren weiter gen Norden an der Küste entlang. Kurz nach der Ortschaft Dunbeath besichtigen wir die steinzeitlichen Grey Cairns of Camster, die Wohnungen und wohl auch Grabkammern waren. Eigentlich langweilige Steinansammlungen, aber  geschichtlich sicher interessant. Ich bin genervt, weil ich wohl den Keilriemen für die Klimaanlage zu fest angezogen habe – er ist uns auf den Weg hierher gerissen.

Ohne Keilriemen und Klimaanlage (ist Gott seid dank ist es heute weniger schwül) geht es weiter nach John o‘ Groats und dort auf einen Campingplatz mit schönem Meerblick auf unserem Stellplatz. Wir wandern von hier ca. zweieinhalb Stunden zum nahen Duncansby  Head  Lighthouse und den Stacks of Duncansby. Hier gibt es eine sehr schöne Steilküste mit Seehunden, Fischottern und  steilen Vogelfelsen. Wir haben bei gutem Wetter einen schönen Ausblick auf die Pentland Skerries und auf South Ronaldsay, die südlichste der Orkney-Inseln.

Annett geht dann noch kurz durch den kleinen Ort – man könnte ja was fotogenes verpassen. Ich bringe  mittlerweile die Klimaanlage mittels neuen Keilriemen wieder zum Laufen. Zum Glück habe ich immer von jeder Sorte einen Ersatzkeilriemen  dabei (aber nur einen! – also dosiert spannen!)

29.07.

Die erste Station heute ist Dunnet Head, der  nördlichste Punkt des Festlandes mit – natürlich – einem Leuchtturm. Das Wetter ist sehr durchwachsen, immer wieder Regenschauer. Die  mächtigen Wolkenfelder mit Lücken bieten imposante Lichtspiele und Farben in der sehr bergigen Gegend. Die Strassen sind hier einspurig, sogenannte Single Tracks, und werden z.T. sehr schmal. Immer wieder müssen wir dem Gegenverkehr in kleine Buchten (passing points)  ausweichen und wie in Island haben wir einen Haufen Blind Heads (Hügel auf den engen Strassen, über die man nicht schauen kann). Sind die Strassen dann noch sehr schmal und kommt hinter dem Hügel Gegenverkehr, kann das zu Problemen führen. An der Landzunge Strathy Point machen wir eine kleine Wanderung bis hin zum – zugegebenermaßen sehr schönen – Leuchtturm und haben eine wunderbare Aussicht. Die Nordküste ist hier sehr rau und das Hinterland fast menschenleer.

 

Durness, ein sehr kleiner, unscheinbarer Ort in dem John Lennon öfter Urlaub gemacht hat -wohl aufgrund der Einsamkeit, vermute ich. In der Nähe finden wir einen Stellplatz  an der Strasse, gegenüber einem breitem flachen Sandstrand. Das  Wetter ist schlecht – immer wieder Schauer. Also wieder Essen kochen im Auto angesagt. Der Keilriemen ist jetzt offenbar sensibler gespannt, wir haben keine Geräusche mehr und er ist auch nicht gerissen. Der 1HD-T-Motor bringt unsere fast 3 Tonnen bisher sehr gut und zügig (was die Blind Head hergeben) über die Berge, ein wenig früher könnte sich der Ladedruck noch aufbauen. Da können die Experten zu Hause sicher noch einen Tick an der Kraftstoffpumpe drehen……

Link zur Karte der ersten Teilstrecke

30.07.

Wir entscheiden uns für eine Fahrt über die Northwest-Highlands über Altnaharra und Ledmore nach Ullapool. Trotz sehr dichter Bewölkung in den Highlands und zeitweiligen Schauern haben wir dennoch einen ganz guten Blick auf die von Lochs unterbrochene Berglandschaft. Und das Beste: Wir haben kaum Gegenverkehr auf der schmalen einspurigen Strasse. Bei –fast- Dauerregen essen wir in Ullapool im Kultrestaurant The Seaforth für schottische Verhältnisse recht gut zu Mittag. Die Hafenfront ist ganz hübsch, sonst lohnt sich hier ein längerer Stop nicht unbedingt.

Auch der Wasserfall und  die Schlucht  der Corrieshalloch Gorge sind sicher kein Muß. Bei Dauerregen finden wir einen kleinen Campingplatz zwischen Dundonnell und Mungasdale direkt am Fjord. Der Warden wohnt selber im Campinghänger, ist sehr nett und Engländer, daher verstehen wir ihn recht gut. Ich bin sehr beruhigt, als er erzählt, dass er die Schotten teilweise auch nicht richtig versteht. Der Campingplatz bietet wenige Stellplätze, ist aber gut gepflegt und bei besserem Wetter hat man sicher einen fantastischer Blick über den Fjord. Der Abend ist heute  für uns bisher ungewohnt kalt, die Luftheizung läuft ständig.

31.07.

Weiterhin bei leichtem Regen starten wir zur Besichtigung von Intervewe Gardens. Sie gelten als die schönsten Gärten von Schottland. Für Gartenliebhaber trifft das vielleicht zu. Bisher haben uns die Midges (die berüchtigten schottischen kleinen Stechfliegen) nur selten geärgert. Heute und hier werden wir aber regelrecht überfallen und haben ohne Netz selbst im Nieselregen keine Chance. Das Netz soll uns dann auch im Weiteren noch gute Dienste leisten. Offenbar ist das Wetter jetzt feucht genug für die kleinen Sauger.

Wir fahren dann Schottlands höchstgelegene Fahrstrasse auf der Applecross – Halbinsel über Fearnmore nach Applecross. Hier haben wir fahrerisch die anspruchsvollste Strecke zu bewältigen. Einspurige Serpentinen, z.T sehr steil, bei Gegenverkehr schlecht und nervig zu fahren, immer wieder ist abbremsen und schalten vor Bergkuppen wegen entgegenkommenden Fahrzeugen angesagt. Die Strecke ist definitiv nicht für größere Wohnmobile geeignet. Leider regnet es meist und die Sicht ist schlecht. Sonst gäbe es sicher tolle Blicke auf Berge und eindrucksvolle Küstenlandschaften. Beeindruckend ist der Blick auf die tief hängenden Wolken bei der Serpentinenabfahrt von Applecross Richtung Stratcarron. Wir machen mehrere spontane Fotostopps. Nach langer Suche finden wir in Reraig einen kleinen Campingplatz kurz vor Brücke zur Insel Skye.

01.08.

Unser Start auf Skye ist alles Andere als vielversprechend. In Portree gibt es mal wieder Dauerregen. Trotzdem machen wir auch die Bergwanderung zu den Felsnadeln des Old Man of Storr durch matschiges und steiniges Gebiet. Hier sind viele Touris unterwegs. Schöner als die Felsen ist allerdings der Ausblick von oben auf Meer und Küste, trotz der vielen Schauer.

Auch von den Lealt Falls – ein für Islandfahrer unscheinbar kleiner Wasserfall- hat man einen guten Blick auf die Küstenregion. Auf dem Weg liegt Kilt-Rock — schöner Ausblick auf eine Basaltformation, die Ihren Namen der vermeintlichen  Ähnlichkeit mit einem Schottenrock verdankt. Hinter dem Ort Staffin führt eine steile Serpentinenstrasse  zum Quiraing-Massiv hinauf. Auch durch das immer besser werdende Wetter haben wir hier einen exzellenten Ausblick auf Küstenregion und Meer.

Vom Duntulum Castle sind nur noch Reste eine Ruine zu sehen, aber bei schönem Wetter haben wir hier einen genialen Ausblick.

Es durfte nicht fehlen, das Grab von Flora MacDonald in Kilmuir zu besichtigen. Berühmt wurde Flora MacDonald, als sie Charles Edwart Stuart („Bonnie Prince Charlie“) nach dessen Niederlage in der Schlacht von Culloden zur Flucht verhalf. Sie versteckte ihn zunächst und ruderte dann mit ihm über das Meer zur Insel Skye, von wo er nach Frankreich fliehen konnte. 

Nach einem langem Tag finden wir einen Campingplatz am Meer in Uig, ein landschaftlich sehr schön gelegener Ort, der Ruhe und Frieden ausstrahlt.

02.08.

Das Dunvegan Castle, das dem Clan der Mc Leod gehört, sollte man sich schon ansehen. Es erwartet den Besucher eine geschichtlich extrem interessante Besichtigung mit vielen sehr alten Relikten, zudem ein wirklich schöner Garten, der (natürlich auch bei Sonnenschein) diesmal sogar mir gefällt. Das will schon was heißen.

Den Neist Point Lighthouse  am Ende der Duirinish-Halbinsel erreicht man nach einer Wanderung über 45 Minuten über Basaltsäulen. Die Aussicht ist grandios. Der Rückweg ist allerdings sehr steil.

Der Bergsteigerort Glenbrittle  erscheint uns  unspektakulär. Von hier hat man aber einen Blick auf die schwarzen Berge der Cuillins, die dem Clanoberhaupt der Mc Leod gehören. Am Abend sind wir bei einsetzenden Dauerregen wieder zurück auf dem Campingplatz in Reraig.

03.08.

Auf der morgendlichen Fahrt zum Eilean Donan Castle, dem Tower House der McRaes,  reisst der Himmel zum Teil auf und es bietet sich eine tolle Fotostimmung am Castle. Auch hier lohnt sich die Besichtigung für geschichtlich Interessierte unbedingt. Man erhält einen sehr detaillierten Einblick in das frühere Burgleben. Nicht umsonst bot das Castle die Kulisse für Filme wie „Highlander“ mit Christopher Lambert oder den James Bond „Die Welt ist nicht genug“.

Unsere nächste Station ist der Ort Fort Augustus. Eine beeindruckend  konstruierte Schleusenanlage verbindet Loch Ness (schöner Blick über den See!) mit Loch Lochy. Auf dem Weg zum Fort William setzt wieder Dauerregen ein, am Fuß des Ben Nevis liegt unser Campingplatz. Eigentlich wollten wir morgen am Ben Nevis wandern….

04.08.

Im Regen fahren wir von Fort William nach Oban und haben leider vom Glen Nevis nicht viel gesehen. Zwischendurch halten wir am Kilchurn Castle, das am Loch Awe, Schottlands längstem See, liegt.

Oban empfinden wir als sehr schöne, reizvolle Stadt und sehr lohnenswert anzusehen. Mittlerweile ist es auch wieder sonnig-schottischer April.

Weiter geht es nach Crinan, einem kleinen, abgelegenen, romantischen Ort mit tollem Jachthafen und genialem Blick auf den Fjord.

Wir sehen uns noch einige Standing Stones auf Weg nach Inveraray an und finden eine Campingplatz an der Hauptstrasse. Nach vielen Tagen können wir abends endlich mal wieder draussen sitzen! Bei Sonne.

05.08.

Auf dem Weg zum Loch Lomond fotografiert Annett das sehr schön gelegene Inveraray Castle, den Stammsitz der Herzöge von Argyll.

Heute ist wieder Wandertag, aber ein wirklich anstrengender. Denn wir fahren zunächst um den Loch Lomond herum zum Fuß des Ben Lomond und wandern dann sehr steil und steinig ca. 3h hinauf und ca 2h zurück. Die Strecke ist eine Herausforderung auch für geübte Wanderer. Belohnt wird man zwischendurch durch eine grandiose Panorama-Aussicht auf dem Gipfel.

Die Weiterfahrt nach Glasgow wird zu einer verzweifelten Suche nach einem Campingplatz. Schließlich finden wir einen schlecht ausgeschilderten und sehr teuren Platz (da wir kein Mitglied in diversen Caravanclubs sind) nach langem  Rumgefahre — gefühlten 100 Kreisverkehren (scheußlich!) –  in und um Motherwell.

06.08.

Heute geht es nach Glasgow. Wir fahren mit dem Taxi zum Bahnhof und nach Glasgow mit dem Zug, was sehr gut klappt. Eine Stadtrundfahrt zur Übersicht ist hier sehr zu empfehlen. Belohnt wird man mit einer für uns überraschend interessanten Stadt mit vielen tollen Gebäuden und Denkmälern. Nicht umsonst wurde Glasgow 1999 zur Architektur- und Designhauptstadt Großbritanniens gewählt. Insgesamt zeigt es sich etwas weitläufiger und grauer als Edinburgh, ist aber trotzdem auf jeden Fall einen Ausflug wert. Sicher auch mal für zwei Tage, wenn man noch genug Zeit hat.

07.08.

Am letzten vollständigen Tag auf Schottland ist das Wetter den ganzen Tag sonnig. Es geht durch die Lowlands. Wir sehen uns kurz Drumlanrig Castle an, ein rötliches Sandsteinschloss.

Der hübsche Ort Dumfries erinnert an den berühmten schottischen Dichter Robert Burns, der hier lebte und begraben ist.

Wir schauen uns noch einen Teil der Solway-Küste an- Kippford –Rockliffe—Leuchtturm Southerness Point. Alles reizvolle Küstenorte, zum Teil mit tollen Badestränden, die Nordküste Englands ist in der Ferne zu sehen.

Wir fahren dann Richtung Newcastle und besichtigen noch die beeindruckende Klosterruine in New Abbey.

Wieder sind wir auf der Suche nach einem Campingplatz fast am Verzweifeln. Freie Stellplätze sind natürlich auch wieder Fehlanzeige. Wir finden letztlich doch noch einen sehr schön gelegenen Campingplatz am Hoddom Castle in der Nähe von Lockerbie.

08.08.

Die Rückfahrt nach Newcastle und das Auffinden des richtigen Hafens für die Fähre nach Amsterdam ist dann mit gutem Navigationssystem und wieder unzähligen Kreisverkehren kein wirkliches Problem. Schottland ist eine längere Reise wert für diejenigen, die geschichtlich interessiert sind und sich an reizvoller Natur erfreuen können. Die Menschen hier empfanden wir als ausgesprochen nett und freundlich und mit gefühltem Stolz auf ihr Land. Die schottische Geschichte ist hochinteressant und kann auf vielen Stationen durch das Land lebendig entdeckt werden, was uns am meisten beeindruckt hat. Bei der Besichtigung vieler Naturschönheiten ist man dabei etwas wetterabhängig, bei Dauerregen geht z.Teil als Camper nicht sehr viel. Aber das muss man vielleicht zumindest für ein paar Tage in Kauf nehmen. Leider findet man nicht sehr viele Möglichkeiten, um ausserhalb von Campingplätzen zu übernachten. Sehr viele potenzielle Stellen sind gesperrt oder ein Übernachten dort ist verboten. Uns haben die knapp drei Wochen trotzdem sehr gefallen und wir kehren mit bleibenden Eindrücken zurück.

Link zur Karte der zweiten Teilstrecke