Umbau 2014

Manche sagen und schreiben, der HZJ78 wäre das beste Auto der Welt. Die Kupplung ist es mit Sicherheit nicht. Sie „rupft“ von Anfang an relativ stark. Na gut, das Auto ist 12 Jahre alt, aber erst 116.000 km gefahren. Auf dem Heimweg von einem Campingwochenende bleibt dann das Kupplungspedal am Bodenblech kleben – Kupplungsgeberzylinder hinüber. Um im Mai wieder nach Bayern zum nächsten Ausbauschritt zu fahren, muß er zunächst gewechselt werden.

Aus den ersten Fahr– und Camping-Erfahrungen mit dieser Ausstattung sowie nach intensiver Recherche in Foren und Reiseberichten ergeben sich jetzt für uns im Mai 2014 die nächsten Schritte, die wir gerne vor unserer diesjährigen Reise durch Schottland mit „EC“ noch erledigen würden bzw. müssen:

  1. Motorumbau zu 1HD-T-Motor mit einem komplett generalüberholten Turbomotor. Diese Entscheidung fällt nicht leicht, da der HZ-Motor ja ein Guter ist und als extrem zuverlässig gilt. Zudem ist natürlich der Gesamtumbau, der jetzt folgt, mit Kupplung und Getriebe nicht gerade billig, obwohl der HZ-Motor in Zahlung genommen wird. Allerdings ist der 1HD-T bis auf den Turbo und wenige, aber wohl wichtige Details baugleich, hat ebenso keine Elektronik, sollte also ähnlich zuverlässig sein. Er soll aber die 3 Tonnen mit den nun über 160 PS (mit zusätzlichem Ladeluftkühler sind es noch ein paar mehr) durch den Turbo wesentlich flotter voranbringen. Die Eigenschaften des HZ auf deutschen Autobahnen und auch auf Landstrassen (fehlende Reserven zum Überholen) lassen ein wirklich entspanntes und sicheres Fahren häufig vermissen. Das entscheidende Argument ist aber die Höhentauglichkeit: Der HZ als reiner Saugdiesel verliert schon ab 3000 m Höhe (manche berichten von noch geringeren Höhen) mehr und mehr Leistung. Da wir die Überquerung der Alpen, später vielleicht auch andere, noch höhere Gebirge auf unserer Wunschliste haben, wäre das sicher eine Quälerei oder würde gar nicht gehen. Da ja auch die Original-Kupplung nicht (oder nicht mehr) die Beste zu sein scheint und das Originalgetriebe des HZJ den Ruf hat, sehr anfällig zu sein (diverse Schadensberichte in den Foren), entscheiden wir uns letztlich, neben dem Motor für die Zukunft Nägel mit Köpfen zu machen:
  2. Neues Schalt-und Verteilergetriebe aus der Benzinerversion von Toyota (soll „unkaputtbar“ sein)
  3. Verstärkte Kupplung von Terrain Tamer (High Performance)
  4. Heizbarer Kraftstoffhauptfilter für frostige Tage
  5. Traboldfiltereinbau (Ölwechsel dann nur alle 5000 km notwendig)
  6. Landytritt zum Anklappen an die Heckstossstange (damit Annett auch ins Auto kann)
  7. Tausch der elekrischen Ausseneinspeisung gegen ein Gerät mit der Eingangsspannung von 110-230 V (kann auch in Ländern mit 110 V genutzt werden)
  8. Höhenkit für die Luftheizung Airtop 2000 einbauen (die dann auch in Höhen über 1.800 m funktionieren soll)

Im Juni sind die Umbauten abgeschlossen. Der HD-T- Motor bewegt den EC jetzt deutlich flotter, insbesondere auf der Autobahn können wir jetzt Tempo 120 mit deutlichem Raum nach oben locker halten und haben auch auf der linken Spur noch spürbare Reserven. Die jetzt noch vorhandene und bemängelte Anfahrtsschwäche bzw. das lahme Verhalten in den unteren Drehzahlen wird im Juli noch durch veränderte Einstellungen an der Kraftstoffpumpe „behoben“. Der Ladedruck baut sich jetzt deutlich früher auf. Das Getriebe macht von anfang an etwas Geräusche, die aber wohl normal sind.
Die Kupplung erscheint jetzt deutlich robuster, endlich kein „rupfen“ mehr.

Die ersten Eindrücke sind also positiv, die Schottland-Tour wird weitere Erkenntnisse bringen.