Warum eine Auszeit?

Im Folgenden möchten wir euch unsere Beweggründe für eine Berufspause darlegen.

Wer wie wir, das individuelle Reisen liebt, über Jahre immer wieder Offroad-Touren in den Karpaten gefahren ist, mehrfach Island durchquert hat, sich in Namibia und Botswana durch die Sandwege gekämpft hat und dabei noch großen Spaß hatte, der kommt irgendwann automatisch auf die Idee, eine längere Tour mit dem eigenen Auto zu unternehmen.

Beide sind wir viele Jahre im Berufsleben, was uns manches abverlangt hat und während dieser Zeit ist sicher auch einiges an möglicher Lebensqualität auf der Strecke geblieben.

So haben wir uns in den letzten Jahren immer öfter die Frage gestellt, ob wir wie so Viele, den breiten Weg „von der Wiege bis zur Bahre“ weitergehen oder nicht doch eine der lockenden, aber vielleicht unsicheren Nebenstraßen nehmen sollten.

Beide kommen wir aus relativ konservativen Elternhäusern. Unsere Eltern haben viele Jahrzehnte fleißig gearbeitet und sich einiges aufgebaut. Arbeit und Besitz sind zwei wichtige Dinge für diese Generation. Sich eine Auszeit zu nehmen, war zu deren Zeiten unmöglich.

Aber selbst eine der fleißigsten Spezies der Erde, die Bienen, arbeiten nur etwa 30-50 % ihrer Wachzeit. Die meisten anderen Lebewesen arbeiten deutlich weniger, gerade so viel, wie für Nahrungsbeschaffung und Aufzug des Nachwuchses erforderlich ist. Nur der „moderne“ Mensch, insbesondere hier in Deutschland, meint, dass seine Bestimmung ein 12-14 h langer Arbeitstag sei. Pausen sind verpönt und längere Auszeiten, das geht gar nicht.

Anstatt also aus der Evolutionsbiologie zu lernen, füllen sich unsere Krankenhausbetten und Arztpraxen mit Burn-out-Patienten und zunehmend mental kranken Menschen. Der pausenlos chronische Stress ist zudem eine der Ursachen der zum überwiegenden Teil hausgemachten Zivilisationskrankheiten. Muss oder sollte man in diesem kranken Mainstream bis zum bitteren Ende mitschwimmen? Unsere Antwort ist uns in den letzten Jahren klar geworden. NEIN!

Natürlich ist es schön, wenn man in sich in den Berufsjahren zuvor ein gewisses wirtschaftliches Polster erarbeitet hat, aber auch das ist nicht zwingend eine Voraussetzung, um die Welt, ihre Menschen und andere Kulturen kennenzulernen. Einige junge Weltenbummler zeigen uns, dass es auch mit geringen Mitteln geht. Die meisten von ihnen kommen mit unschätzbaren Eindrücken und einer solchen Erweiterung des eigenen Horizontes zurück, dass es für die Persönlichkeitsentwicklung gar nicht hoch genug geschätzt werden kann.

Für uns als um die 50jährigen wird es daher Zeit. Es gilt die Zeit zu nutzen, in der wir noch gesund und körperlich (auch geistig) leistungsfähig sind. Das ist sehr wahrscheinlich nicht unbegrenzt der Fall. Das uns eingeimpfte Sicherheitsdenken müssen wir lernen ganz bewusst auszublenden.

Ein weises Sprichwort sagt. „Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu erlangen, wird Beides verlieren.“

Einige unserer Freunde, Verwandten und Bekannten glauben, unsere Entscheidung sei eine „aus dem Bauch heraus“ und „ohne uns genau zu überlegen, was wir alles aufgeben“ gewesen. Aber aus der Erkenntnis des oben Gesagten heraus, ist genau das Gegenteil der Fall.

2 Gedanken zu „Warum eine Auszeit?

  1. Siegrun

    Große Bewunderung! Dieser Schritt erfordert Mut und natürlich eine große Portion Abenteuerlust …..
    Habt viel Spaß miteinander!

    Antworten
    1. Annett Artikelautor

      Liebe Siegrun,

      vielen Dank für deine Anerkennung. Wir haben uns diesen Schritt sehr gut überlegt. Es ist einfach Zeit, neue Wege zu gehen.
      Einen schönen Sonntag!

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.